Naber und Prange fordern bessere Ausstattung der Landesmuseen

von links: Hanna Naber MdL, Michael Langer, Betriebswirtschaftlicher Leiter Niedersächsische Landesmuseen Oldenburg, Dr. Ursula Warnke, Direktorin des Landesmuseums für Natur und Mensch, Ulf Prange MdL, Prof. Dr. Rainer Stamm, Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte - 13.04.18 (Foto: Haiko Meents)
Die Oldenburger Landtagsabgeordneten Hanna Naber und Ulf Prange trafen sich am Freitag erneut mit Verantwortlichen der hiesigen Landesmuseen, um sich über den Sachstand bezüglich Finanzierung und Ausstattung direkt vor Ort zu erkundigen. Am Gespräch nahmen die Direktorin des Landesmuseums für Natur und Mensch, Frau Dr. Ursula Warnke, der Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, Prof. Dr. Rainer Stamm sowie der Leiter des Betriebs, Herr Michael Langer teil.

Die seit dem 01.01.2007 als budgetierte Betriebe gemäß §17A LHO geführten Landesmuseen in Oldenburg leiden unter einer andauernden chronischen Unterfinanzierung und können ihre Projekte nur unter den größten Kraftanstrengungen erfüllen. Dies wird beispielhaft besonders deutlich an den Haushaltsansätzen für die Bewirtschaftung der Grundstücke und Gebäude. Diese betrugen in den Jahren 2010 bis 2014 jeweils 163.000 €, in den Jahren 2015 bis 2017 jeweils 168.000 €. Die tatsächlichen Ausgaben lagen in diesen Jahren im Durchschnitt um ca. 433.600 € über den zugewiesenen Mitteln des Landes. „Wir können im Fall der Landesmuseen von einem strukturellen Defizit sprechen, welches die Sicherstellung des Verfassungsauftrages nach Artikel 72 – die kulturellen und historischen Belange der ehemaligen Länder zu wahren und zu fördern – massiv behindert und einschränkt. Was Haushaltsmittel für Kulturbelange betrifft, ist Niedersachsen nur unterer Durchschnitt“, bemerkt Ulf Prange, Mitglied des Vorstandes der SPD-Landtagsfraktion.

Zurückzuführen ist die besorgniserregende finanzielle Situation der Oldenburger Landesmuseen auf mehrere Faktoren. Zum einen sind stetig steigende Sach- und Energiekosten, ohne dass diese eine entsprechende Anpassung der Haushaltsmittel zur Folge hatte, dafür verantwortlich. Zweitens müssen die Museen ihrem Digitalisierungsauftrag nachkommen und somit vermehrt in technische Infrastruktur investieren, was deutlich höhere Finanzmittel für die Wartung und Instandhaltung zwingend erforderlich macht. Zudem befinden sich die Landesmuseen in Oldenburg in einer besonderen Situation: Die Sachkosten und damit auch der Nachholbedarf fallen durch den Betrieb von insgesamt vier Gebäuden vergleichsweise hoch aus. „Es muss genügend Geld vorhanden sein, damit Ausstellungen, Projekte und Aktionen realisiert werden können. Die Situation ist absurd: Wir messen Museen oft an ihrer Besucherzahl und geben ihnen gleichzeitig nicht einmal ansatzweise die Chance, ihren Aufgaben nachzukommen. Oft wird vergessen, dass es dabei nicht „nur“ um das Ausstellen geht, sondern gleichsam um Forschung, Bewahrung, Vermittlung, Strategie, Digitalisierung und die Betreuung der Sammlung“, so Hanna Naber, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.

Die Abgeordneten sind sich einig darüber, dass sowohl das Ministerium für Wissenschaft und Kultur als auch das Finanzministerium hier gegensteuern und die Grundlage dafür schaffen müssen, dass die Landesmuseen zukünftig finanziell deutlich besser ausgestattet und jene Mittel gleichsam verstetigt werden. Den Ausführungen des Koalitionsvertrages, dass sich die regierenden Parteien SPD und CDU zu den Landesmuseen bekennen, müssen jetzt konkrete Taten folgen.

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