Stärkung der Universitätsmedizin ist dringend geboten

Die Oldenburger Landtagsabgeordneten Hanna Naber und Ulf Prange (beide SPD) kritisieren entschieden den am Mittwoch veröffentlichten Bericht des Landesrechnungshofs zur European Medical School (EMS). „Ein Festhalten am Status quo allein aus Kostengründen wäre reichlich kurzsichtig. Der Ausbau der Universitätsmedizin in Oldenburg ist eine wichtige Zukunftsinvestition für Niedersachsen. Darüber, dass die fehlenden Ausbildungskapazitäten nicht allein in Hannover und Göttingen geschaffen werden können, sind sich die Fachleute einig. Die Frage, wie die ärztliche Versorgung ohne Oldenburg sichergestellt werden soll, lässt der Rechnungshof offen.“ erklärt Prange.

„Die Weiterentwicklung der Universitätsmedizin ist mit Blick auf die langfristige medizinische Versorgung des gesamten Nordwestens unverzichtbar. Schon jetzt zeichnet sich in vielen ländlichen Regionen Niedersachsens ab, dass etliche niedergelassenen Ärzte keine Nachfolger mehr finden. Dies ist eine Entwicklung, die in einigen Jahren auch die Städte erreichen kann. Die EMS ist ein essentieller Teil der Niedersächsischen Antwort auf den bevorstehenden Ärztemangel im Nordwesten.“ ergänzt Naber.

Die Universitätsmedizin Oldenburg ist in vielerlei Hinsicht eine Erfolgsgeschichte, geht in Niedersachsen einen innovativen Weg in der medizinischen Ausbildung. Die grenzüberschreitende Kooperation mit Groningen ist ein Alleinstellungsmerkmal. Die transnationale Zusammenarbeit und der Austausch in Forschung, Lehre und die Kontakte zwischen den Studierenden stehen ganz im Zeichen der europäischen Gemeinschaft. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die Einbindung von Hausarztpraxen in die Ausbildung. Es ist mehr als beachtlich, dass trotz der nicht einfachen Rahmenbedingungen in der Aufbauphase bereits große Erfolge in Forschung und Lehre erzielt wurden., Die Universitätsmedizin Oldenburg belegt bei den Ausbildungsergebnisse im nationalen Vergleich einen Spitzenplatz Im bundesweiten Vergleich erreichen die Medizin-Studierenden das drittbeste Ergebnis, hinter Bonn und Münster. Im niedersächsischen Vergleich sind die Studierenden der Universität Oldenburg sogar an der Spitze und belegen den ersten Platz.

„Angesichts dessen, dass Niedersachsen im Ländervergleich bei der Ärzteausbildung deutlich zurückliegt und der Ärztemangel nicht nur im ländlichen Raum sehr spürbar ist, muss meiner Auffassung nach kurzfristig gehandelt werden. Auch die Corona-Pandemie hat noch einmal sehr deutlich aufgezeigt, vor welchen Herausforderungen wir im Bereich der medizinischen Versorgung stehen.“ betonen beide Abgeordnete.

Der Bau des dringend benötigten Forschungs- und Lehrgebäudes ist ein Meilenstein für die Universitätsmedizin Oldenburg und eine wichtige Zukunftsinvestition für das Land Niedersachsen. Nach der positiven Evaluation durch den Wissenschaftsrat muss der Ausbau zügig angegangen werden. Beide Abgeordnete setzen sich mit Nachdruck dafür ein, dass im Haushalt 2021 Mittel für das Bauvorhaben eingestellt werden.

„Wir befinden uns in ständigen Gesprächen mit allen Beteiligten und drängen darauf, dass der Koalitionsvertrag eingehalten wird. Die Universitätsmedizin muss finanziell auf eine solide Basis gestellt werden. Aufgeschobene Investitionen in das Gesundheitssystem würden uns langfristig teuer zu stehen kommen“, sind sich Naber und Prange einig.

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