Aktuelle Situation der Bürgersender – SPD-Abgeordnete fragen nach

Gemeinsam mit mehreren Kollegen*innen hat Ulf Prange zur aktuellen Situation des Bürgerfunks nachgefragt. Bürgersender wie Oeins leisten einen großen Beitrag zur Medienvielfalt und bieten Ehrenamtlichen die Möglichkeit, Medienkompetenzen zu erlernen und sich lokal bei der Erarbeitung von Beiträgen für Radio und Fernsehen einzubringen. Von der Landesregierung wollen die Abgeordneten wissen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Bürgermedien hat und wie sich die personelle und sachliche Ausstattung der Sender, insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung, darstellt.

Hier finden Sie die Anfrage im Wortlaut:

Aktuelle Situation des Bürgerfunks in Niedersachen

In Niedersachsen gibt es 14 gemeinnützige und nichtkommerzielle Anbieter von Bürgerrundfunk. Viele der Bürgerradios bestehen schon seit den 90er Jahren.

Nach dem Niedersächsischen Mediengesetz (NMedienG) müssen die Veranstalter von Bürgerrundfunk drei zentrale Aufgaben erfüllen. Sie müssen

  •       die lokale und regionale Berichterstattung sowie das kulturelle Angebot ergänzen,
  •       allen Bürgerinnen und Bürgern, die Interesse haben, die aktive Mitarbeit am Programm ermöglichen und
  •       Medienkompetenz vermitteln.

Evaluationen zeigen, dass die Bürgersender ihre Aufgaben vorbildlich erfüllen. Ihr Informationsangebot ist in der Regel deutlich höher als bei anderen Rundfunkveranstaltern. Sendungen zum Beispiel auf Plattdeutsch und Musik, die man woanders vergeblich sucht, haben hier ihren festen Platz. Regelmäßig sind viele tausende Bürger*innen an der Programmproduktion beteiligt und sie engagieren sich ehrenamtlich für „ihren“ Sender. Viele hunderte Jugendliche nutzen jedes Jahr die Praktika-Angebote der Bürgersender. Es gibt unzählige Schulkooperationen. Zwischen 40 und 60 junge Menschen werden jährlich bei den niedersächsischen Bürgersendern in einem Medienberuf ausgebildet. Die Zahl der regelmäßigen Zuschauer*innen und Hörer*innen liegt landesweit bei weit über 700.000. Im bundesweiten Vergleich nehmen damit die niedersächsischen Bürgersender eine Spitzenposition ein.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Landesregierung:

  1. Wie stellt sich die aktuelle finanzielle Situation der Bürgermedien dar und gibt es besondere coronabedingte Schwierigkeiten?
  2. Wie ist die personelle und technische Ausstattung der Bürgermedien und besteht Handlungsbedarf bezogen auf die Ausstattung mit digitalen Medien?

 

 

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